KandidatInnen-Fragen der Grünen Jugend – die beantworte ich doch gern!

"Jung, grün, stachelig!" Der Igel - Logo der Grünen Jugend (Quelle: gruene.de)

1. Warum willst Du in den Landtag und was sind Deine inhaltlichen Schwerpunkte?

Ich mache jetzt seit sieben Jahren in der Kommune und auf Landesebene Politik für die Grünen. In dieser Zeit habe ich festgestellt, dass man mit Hartnäckigkeit so einiges erreichen kann. Zudem haben mich viele Leute angesprochen, dass sie meine politische Arbeit schätzen und sich freuen würden, wenn ich mit meinem Engagement bald auch unsere Landtagsarbeit befördern würde. In diesem Sinne trete ich mit jeder Menge Energie für den Landtag an.

Inhaltlich steht bei mir die Finanzpolitik an erster Stelle, denn in der nächsten Wahlperiode gilt es, Gelder insbesondere für mehr Bildung und den Klimaschutz umzuschichten. Gleichzeitig müssen wir solide wirtschaften, um nachfolgenden Generationen keine unnötigen Schulden zu hinterlassen. Das sind schwierige Aufgaben, zu deren Bewältigung ich einen Beitrag leisten kann und möchte. Daneben interessieren mich aber auch die Wirtschafts-, Atom- und Hochschulpolitik. Mehr zu meinen inhaltlichen Positionen findet ihr auf meiner Website unter http://geraldheere.de

2. Wie stellst Du Dir eine Zusammenarbeit mit der GJN nach Deinem Einzug in den Niedersächsischen Landtag vor?

Was für meine jetzige politische Arbeit gilt, soll auch dann gelten: Ich bin immer am politischen Austausch interessiert – der mit der Grünen Jugend ist dabei häufig besonders spannend -, stehe für Kontakte über diverse Medien (persönlich, Tel., Mail, Twitter, Facebook etc.) stets zur Verfügung und werde mich keiner Diskussion verweigern – sei sie noch so kontrovers. Dieses Angebot gilt aber natürlich nicht nur für die Grüne Jugend, sondern auch für alle anderen Parteigliederungen.

3. Wie stehst Du zu dem LDK-Beschluss (Melle, 2006), dass auf Veranstaltungen von Bündnis 90/Die Grünen Niedersachsen nur noch biologisch-vegetarische Verpflegung angeboten werden darf?

Ernährung ist ein wichtiges politisches Thema, betrachtet man die Problemfelder im Agrarbereich, wie Massentierhaltung, Pestizideinsatz oder CO2-Ausstoß. Daher steht es einer Partei wie uns Grünen gut zu Gesicht, sich hier besonders vorbildlich zu verhalten – das tun wir mit der Umsetzung des LDK-Beschlusses. Nach außen sollten wir für fleischärmere Kost werben, jedoch ohne dabei die kleinbäuerlich-ökologische Fleischerzeugung zu stigmatisieren. Denn unsere eigentlichen Gegner sitzen nicht dort, sondern bei der industriellen Landwirtschaft.

4. Was hältst Du von der Grünen/GJN-Forderung, das Wahlalter bei Kommunal- und Landtagswahlen auf 14 Jahre zu senken?

Ich unterstütze diese Forderung voll und ganz. Es ist nicht einzusehen, warum die politische Meinung junger Menschen ab 14 weniger zählen soll, als die der „formal“ Erwachsenen. Daher sind sie mit vollen Rechten an der Willensbildung des Volkes zu beteiligen. Immerhin geht es bei vielen politischen Entscheidungen auch ganz besonders um ihre Zukunft.

5. Wie stehst Du zu der harten Frauenquote innerhalb des Grünen Landesverbandes?

Die Frauenquote ist doch nicht hart, sondern Teil unseres Grünen Selbstverständnisses. Auch bei uns in Braunschweig gibt es hierzu keinerlei Ausnahmen – und das ist gut so. Dennoch müssen wir uns im Fall kleinerer Ortsverbände oder bei LAGen, in denen es nicht genügend Frauen gibt, auch mal flexibel zeigen – flankiert jedoch von Unterstützungs- und Werbemaßnahmen, damit das Geschlechterverhältnis auch dort in Zukunft ausgeglichener wird.

6. Was hältst Du von der Forderung der GJN den Verfassungsschutz abzuschaffen?

Diese Forderung lehne ich ab. Feinde unserer Verfassung sollten auch mit geheimdienstlichen Mitteln an ihren Vorhaben gehindert werden. Dennoch ist einiger Handlungsbedarf beim Verfassungsschutz angesagt: das Versagen bei der NSU-Terrorzelle, die sehr einseitige Befassung mit „Linksradikalismus“ und die unzureichende Transparenz der parlamentarischen Kontrollgremien stellen nur einige Beispiele dafür dar. Daher bleibt viel für uns zu tun.

7. Wie stehst Du zu dem LDK-Beschluss (Hannover, 2011) friedliche Massenblockaden gegen die jährlich stattfinden und anwachsenden Naziaufmärsche in Bad Nenndorf zu unterstützen?

Friedliche Blockaden sind für mich ein legitimes Mittel, um sich Verfassungsfeinden in den Weg zu stellen und ihnen zu zeigen, dass sie nicht erwünscht sind. Ich war zuletzt 2011 bei der Anti-Nazi-Demo in Braunschweig, bei der ein Demo-Zug der Nazis glücklicherweise kurzfristig juristisch untersagt wurde. Aber wir wissen, dass wir nicht immer auf die Gerichte vertrauen können, daher ist die Unterstützung von Massenblockaden durch uns Grüne richtig (und wichtig).

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld