Heere: Bau der A 39 rechnet sich nicht

Die grüne Landtagsfraktion hat ein Gutachten bei der Fachagentur RegioConsult in Auftrag gegeben, um die Planungen des Entwurfs des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) zur A 39 und zur A 20 zu überprüfen. Das Gutachten kommt dabei zu dem Schluss, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis wesentlich schlechter ausfällt als im BVWP-Entwurf angenommen. Wie bereits zuvor der Bundesrechnungshof kritisiert RegioConsult, dass die Kostenuntergrenzen zu niedrig angesetzt wurden und die Kostenschätzungen somit unrealistisch ausfallen.

Hierzu erklärte Gerald Heere, grüner Landtagsabgeordneter für Wolfsburg und Braunschweig und haushaltspolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion: „Ich fühle mich durch das Gutachten in meiner Skepsis gegenüber dem Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes voll bestätigt. Schon die fragwürdigen Berechnungen des BVWP gehen bei Einbeziehung von Ersatzinvestitionen und Planungskosten davon aus, dass der Bau der Autobahn etwas mehr als eine Milliarde Euro in Anspruch nehmen wird. Doch geht man von der nicht unrealistischen Annahme aus, dass pro Kilometer 15 Millonen Euro aufgewendet werden müssen, steigen die Gesamtkosten auf knapp 1,8 Milliarden Euro. Das ist zu viel Geld für eine Autobahn mit fragwürdigem Nutzen“, so Heere. Auch die Kosten für den Unterhalt der Straße, die das Land über Jahrzehnte tragen müsse, fielen in der Diskussion nach wie vor meist unter den Tisch.

Die Agentur RegioConsult hinterfragt auch den vom BWWP-Entwurf ausgemachten Nutzen des Projekts. So wird etwa konstatiert, dass für Verkehre zwischen Wolfsburg und Schwerin eine erhebliche Zeitersparnis zu erwarten sei. „Die Kalkulationen der Planer sind formal korrekt, aber sie gehen in vielen Punkten an den wirklichen Bedürfnissen der Menschen in unserer Region vorbei. Die Fahrtzeiten nach Schwerin dürften jedenfalls für die allerwenigsten WolfsburgerInnen von Bedeutung sein“, so Heere.

Wichtiger als weitere Ausbau des Autobahnnetzes sei die Verbesserung der Breitband-Infrastruktur, um auch dem ländlichen Raum schnelles Internet zu ermöglichen. Und auch die Bahnverbindungen müssten weiter ausgebaut werden. „Die in diesem Frühjahr auf den Weg gebrachte Reform des Nahverkehrsgesetzes zeigt, dass sich im Schienenverkehr mit zusätzlichen Mitteln, die die Landesregierung für die Region Braunschweig zur Verfügung stellt, spürbare Verbesserungen erzielen lassen, die bei den Menschen ankommen“, so Heere abschließend.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.