Martino-Katharineum Braunschweig

Martino-Katharineum Braunschweig (Bildquelle: Ufudu / Wikimedia Commons)

Neues Schulgesetz schafft mehr Zeit zum Lernen

„Mit dieser Schulgesetznovelle geben wir mehr Zeit zum Lernen, nehmen Druck aus der Schule und ermöglichen mehr gemeinsames Lernen“, erklärte Gerald Heere, grüner Landtagsabgeordneter aus Braunschweig, anlässlich der Verabschiedung des neuen Schulgesetzes durch den Landtag am 3. Juni.

„Die wichtigste Änderung ist die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren“, so Heere. Damit werde einer der größten schulpolitischen Fehler der Vorgängerregierung korrigiert. „Die Schülerinnen und Schüler bekommen wieder mehr Zeit zum Lernen, aber auch mehr Zeit für außerschulische Aktivitäten“, erläuterte Heere. Im Sekundarbereich gebe es mehr Raum für individuelle Förderung und für eine intensivere Berufsorientierung.

Die zweite große Änderung sei, dass Ganztagsschulen nicht mehr nur ein freiwilliges Nachmittagsangebot an einen herkömmlichen Vormittagsunterricht anhängen können, sondern die Möglichkeit bekämen, dass das gesamte ganztägige Angebot pädagogisch und lernpsychologisch rhythmisiert und sinnvoll aufeinander bezogen wird. „Damit kommen wir von der Ganztagsschule ‚light‘ endlich zu einer ‚Ganztagsschule mit Qualität“, so Heere weiter.

Drittens werde auch aus der Grundschule Stress genommen und eine pädagogische Weiterentwicklung ermöglicht. „Die bisher vorgeschriebene Schullaufbahnempfehlung hat die Kinder spätestens ab dem dritten Schuljahr spürbar unter Druck gesetzt. Sie wird jetzt durch eine Beratung der Eltern ersetzt“, erklärte Heere.

Viertens werde die Inklusion konsequent und behutsam weitergeführt. „Eine Überweisung auf eine Förderschule Lernen führt für viele Kinder zu einer massiven Beeinträchtigung ihres Selbstwertgefühls. Die Kinder fühlen sich beschämt und ausgegrenzt. Die Überweisung auf eine Förderschule führt viele von ihnen in einer Bildungssackgasse“, sagte Heere. „Wir werden deshalb den eingeschlagenen Weg fortsetzen und die Förderschule Lernen auch im Sekundarbereich auslaufen lassen.“ Dadurch stünden mehr Ressourcen für eine gute Förderung in inklusiven Schulen zur Verfügung.

Schließlich würden fünftens die Schulstruktur behutsam weiterentwickelt und die Hürden für die Neugründung von Gesamtschulen abgesenkt. „Ein Jahrzehnt lang hat die schwarz-gelbe Vorgängerregierung den Wunsch vieler Eltern nach einer gemeinsamen Schule ignoriert. Noch immer gibt es in jedem vierten Landkreis in Niedersachsen kein Angebot einer Integrierten Gesamtschule“, so Heere. Auch der Bestand der Gymnasien werde mit dieser Schulgesetznovelle voll gesichert. Die Ausgestaltung und Planung der Schullandschaft liege nach wie vor in den Händen der Kommunen, die darüber entscheiden, welche Schulformen nachgefragt und angesichts des demografischen Wandels sinnvoll und tragbar sind.

Mit der Verabschiedung der Schulgesetznovelle seien intensive Beratungen abgeschlossen worden, in denen auch Kritik breiten Raum eingenommen habe und sorgsam abgewogen worden sei. Gerald Heere abschließend: „In der namentlichen Abstimmung im Landtag habe ich deshalb gerne laut und deutlich JA gesagt zu dieser Schulgesetznovelle.“

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