Mit Glyphosat behandelte Pflanzen

Mit Glyphosat behandelte Pflanzen (Bildquelle: Victor M. Vicente Selvas / Wikimedia Commons)

Heere: Glyphosat ist gefährlich – Bundesregierung muss endlich handeln

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft das Pflanzenschutzmittel Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ ein. Dazu erklärt Gerald Heere, grüner Landtagsabgeordneter aus Braunschweig: „Glyphosat steht schon seit langem im Verdacht, unter anderem Krebs und Darmkrankheiten beim Menschen sowie Missbildungen bei Nutztieren und die Lähmungserkrankung Botulismus zu verursachen. Da es noch immer kein konsequentes Verbot dieses gefährlichen Totalherbizids gibt, freut es mich außerordentlich, dass alle Toom-Baumärkte Glyphosat-Produkte wie Round-Up künftig nicht mehr im Sortiment führen werden.“

Es sei wünschenswert, wenn weitere Bau- und Gartenmärkte diesem guten Beispiel folgen würden, Präparate mit dem Wirkstoff Glyphosat freiwillig aus dem Sortiment zu nehmen. Ein solch bewusster Verzicht wäre ein wichtiges Zeichen, dass der Handel seiner Verantwortung für den Schutz der Verbraucher und der Umwelt ernstnimmt. Auf Freiwilligkeit zu setzen, greife aufgrund der Gefährdungslage zu kurz.

„Auch die Bundesregierung muss auf die WHO-Warnung reagieren und von ihrer bisherigen Haltung, Glyphosat zu verharmlosen, endlich abrücken. Dieses Totalherbizid darf nicht weiter in die Nahrungskette gelangen“, fordert Gerald Heere weiter.

Die Anwendung von Glyphosat auf „Nichtkulturland“ – im Wesentlichen befestigte und nicht genutzte Flächen – sei bereits Anfang Mai von Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer untersagt worden. Auch Ausnahmegenehmigungen würden in Niedersachsen nicht mehr erteilt.

Eine Entscheidung darüber, ob die bestehende Glyphosat-Zulassung um weitere 10 Jahre verlängert wird, wird wahrscheinlich noch in diesem Jahr auf europäischer Ebene getroffen. Dabei kommt Deutschland als dem berichterstattenden Mitgliedsstaat eine entscheidende Rolle zu.
Bereits der Beschluss der jüngsten Verbraucherschutzminister-Konferenz war wegweisend: Bis auf Sachsen haben alle Bundesländer dem Vorschlag Niedersachsens zugestimmt, den privaten Einsatz von Glyphosat zu verbieten.

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