PM: EU-Kommission will Gentechnik-Freiheit von Honig aufweichen

Geht es nach dem Willen der EU-Kommission, soll selbst Honig, der ausschließlich Pollen von Gen-Pflanzen enthält, nicht als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden müssen. Die Bundesregierung müsse diese geplante Änderung der EU-Honigrichtlinie auf jeden Fall im EU-Ministerrat zu Fall bringen, verlangen die Landtagsfraktionen von SPD und Grünen in einem gemeinsamen Antrag, der heute (Donnerstag, 27.02.) im Landtag beraten wird.

„Honig ist das Naturprodukt schlechthin und es kann nicht sein, dass mit irgendwelchen Tricks versucht wird, gerade beim Honig die Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel auszuhebeln“, sagte Gerald Heere. Bisher gilt Pollen als Zusatzstoff des Honigs und deshalb muss Honig als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden, wenn mehr als 0,9% des enthaltenen Pollens von gentechnisch veränderten Pflanzen stammen. Der Vorschlag der EU-Kommission sieht vor, Pollen als Bestandteil des Honigs zu definieren. „Und genau da liegt der Trick“, erklärte Heere. Honig enthält maximal 0,5% Pollen und die Kennzeichnungspflicht beginnt bei 0,9%. Wenn der Pollen Bestandteil und nicht mehr Zusatzstoff zum Honig ist, muss der Honig selbst dann nicht als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden, wenn der enthaltene Pollen vollständig von Gen-Pflanzen stammt.“

Heere sieht darin Teil einer Strategie, die Gentechnik in Deutschland trotz Ablehnung der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung durchzusetzen. „Die Bundesregierung hat durch ihre Abstimmung im EU-Ministerrat gerade den Anbau von Genmais in Deutschland möglich gemacht. Der landet sowieso im Rindertrog oder in der Biogasanlage und muss da nicht gekennzeichnet werden. Wenn jetzt noch durchgedrückt wird, dass Schadensersatzansprüche von Imkern kaum noch durchsetzbar sind, dann sinkt die Hemmschwelle, diesen Mais tatsächlich anzubauen, weiter“, meint Gerald Heere. Das wollen SPD und Grüne in Niedersachsen verhindern. „Niedersachsen ist dem Bündnis der gentechnikfreien Regionen beigetreten, weil wir deutlich machen, dass wir keine Genpflanzen wollen und brauchen“.

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